Der Blog für die zweite Lebenshälfte

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Oma ist alt. Was man in der Schule alles lernt.

Veröffentlicht in: Älterwerden (im Selbstversuch), Geronto-was? Theorie ganz praktisch

Ich bin fassungslos. Den ersten Satz, den mein Patenkind, bald 7 und stolzer Erstklässler zu schreiben gelernt hat ist dieser: „Oma ist alt.“ Und beim Blättern im dazugehörigen Schulmaterial, aber auch im Sandmännchen-Vorlesebuch, ist sie wieder und immer noch da. Die leicht gebeugte Dame mit dem Haarknoten am Hinterkopf, wadenlangem Langweilerrock, plumpen Schuhen und – wenn es besonders schlimm kommt – Krückstock. Äh, Gehhilfe.
Nun kann man ja noch verstehen, dass ein 7-Jähriger seine 70-jährige Oma alt findet. In dem Alter fand ich schon 40-jährige steinalt. Aber diesen Haarknoten habe ich ewig nicht gesehen. Und in Bad Orb sehe ich viele alte Menschen. Wir leben hier sozusagen im Jahr 2050 des demografischen Wandels. Aber ich sage Ihnen: schon jetzt wird die 50-, 60-, 70-jährige Oma des jeweiligen Enkels beim Begutachten der Hausaufgaben  innerlich den Krückstock aus der Lesefibel durch die Luft schwingen und ihn den Lesebuchmalerinnen (ja, es scheinen überwiegend Frauen zu sein, die gerne diese veralteten einseitigen Altersbilder weitergeben) über den Schädel ziehen, denn leichte Schläge auf den Hinterkopf, na Sie wissen schon…

Also, liebe Kinder. Jetzt schaut euch mal eure Oma ganz genau an.
Und dann beschreibt mal, was ihr da so seht und erlebt. Was bitte schön heißt hier alt?: lustig, tanzt ganz viel, geht arbeiten,  erzählt super Geschichten, zieht sich immer schick an, hat so tolle Ringe an der Hand, hat weiche Haut, man kann super kuscheln mit ihr, hat kurze Haare, geht mit mir auf den Spielplatz etcpp – was soll Ihr Enkelkind über das Alter lernen?


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