Der Blog für die zweite Lebenshälfte

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Und der Bürgermeister macht auch mit: CarSharing Konzepte für´s Land

Veröffentlicht in: Allgemein, NACHmachBAR

Pfarrerin Annegret Zander (Fachstelle Zweite Lebenshälfte), Pfarrer Stefan Weiss (Klimaschutzmanager), Pfarrer Dierk Glitzenhirn (Evangelisches Forum Schwalm-Eder), Michael Schramek (VoJes) organisierten die Tagung und ermutigten dazu, durch intelligente PKW-Nutzung auf dem Land die Lebensqualität zu erhöhen und das Klima zu schützen.

Am 9. September waren wir zu Gast in der Kirchengemeinde Jesberg – ein herzlicher Dank geht an Pfarrer Reinhard Keller und den Kirchenvorstand für die Gastfreundschaft und tolle Zusammenarbeit! – , wo der Verein Vorfahrt für Jesberg e.V. zehn Alternativen zur Fahrt mit dem privaten Auto auf dem Land entwickelt hat. Ein erstaunlicher Tag! Weitere Infos zu den einzelnen Projekten werden folgen. Dierk Glitzenhirn vom Evang. Forum Schwalm-Eder hat eine erste Zusammenfassung geschrieben:

Mehr Lebensqualität und Klimaschutz
Auf der Tagung am Samstag, den 9.9.2017, in Jesberg unter dem Thema „Mobil ohne Auto“ stellte der Klimaschutzmanager der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Pfarrer Stefan Weiß, ernüchtert fest: „Eigentlich wurden in Europa ganz ordentliche Klimaschutzziele verabredet – aber im derzeitigen Wahlkampf im Land der Klimakanzlerin interessiert das niemand.“ Dass die verabredete Senkung der Treibhausgase von 40 Prozent bis zum Jahr 2020 nicht erreicht werde, liege daran, dass Deutschland noch immer der größte Braunkohleverbrenner weltweit sei. Außerdem ginge beim Verkehr trotz der technologischen Weiterentwicklung der PKW der Schadstoffausstoß nicht zurück. Lediglich 8 % des Personenverkehrs finde per Bahn statt. Die logische Konsequenz sei, den Individualverkehr zu verändern: „Wir brauchen Autos, aber bessere und weniger“, eröffnete Weiß die Tagung.
Rund 30 Personen tagten ganztätig im Gemeindehaus der Kirchengemeinde und Tagungsgäste von Initiativen aus Nordhessen und teilweise weit angereiste Gäste tauschten ihre Ideen aus, um nach intelligenten und kostengünstigen Alternativen zum eigenen PKW zu suchen. Sie wurden auf vielfältige Weise fündig. Mobilitätsberater Michael Schramek vom Verein „Vorfahrt für Jesberg“ erläuterte im Hauptreferat, dass von 1300 Autos in Jesberg, 200 weniger als 5000 km gefahren würden, 40 sogar weniger als 1000 km. Das teuerste Auto sei ein fast nicht genutztes, deshalb hätten aktive Ehrenamtliche in Jesberg mit dem Verein VoJes vor drei Jahren begonnen, ein Nachbarschaftsnetzwerk aufzubauen, das drei PKW, drei E-Bikes und drei Lastenfahrräder zum Ausleihen vorhalte. Die Gemeinde sei Partner des Vereins geworden unterstrich Bürgermeister Heiko Manz: „Mein Dienstwagen ist ein das Carsharing-Auto!“ Im Übrigen lege er viele Strecken mit dem Fahrrad zurück und das funktioniere wunderbar, so der Bürgermeister. Die ersten Bürgerinnen und Bürger überlegten, ihre Zweitwagen abzugeben.
Pfarrerin Annegret Zander von der Fachstelle Zweite Lebenshälfte sagte, der 7. Altenbericht der Bundesregierung zeige, dass die Kommunen jetzt Vorsorge für ältere Menschen auf dem Land treffen müssten. „Wir müssen die Alten jetzt fragen, was sie sich wünschen“ betonte Annegret Zander. Wohnen in guten Nachbarschaften, Gesundheit und Teilhabe an der Gesellschaft sei für alle Generationen wichtig, aber ohne Mobilität seien alle Bereiche bedroht.
Fünf Initiativen stellten sich vor und ihre Ideen zur Diskussion: Peter Seip vom E-Carscharing Schönstadt – Pfarrer Dierk Glitzenhirn von der Altenhilfe Treysa – Bürgermeister Dr. Nico Ritz von der Stadtverwaltung Homberg (Efze), er erläuterte ein geplantes Vernetzungsprojekt, Gerhard Reitz  die touristisch ausgerichtete „E-Mobilität Nordhessen“. Nachbarschaftshilfe, Leihmöglichkeiten von PKW und anderen Fahrzeugen wurden präsentiert und Jonathan Waschkewitz von „Fairfahrt.de“ warb für  „Carsharing andersrum“ (Mitfahrwünsche, die allen im Ort auf’s Smartphone gespielt würden).“

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