Cookies erleichtern die Bereitstellung der Angebote und Funktionen dieser Internetseite.
Mit der weiteren Nutzung dieser Internetseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies zu diesem Zweck verwenden.

Datenschutzerklärung | Hinweis schliessen

Der Blog für die zweite Lebenshälfte

Der Blog für die zweite Lebenshälfte

Gedanken zum Film „Zu Ende ist alles erst am Schluss“

Veröffentlicht in: Älterwerden (im Selbstversuch), Andacht/ Spiritualität, Bücher/Filme, Endlichkeit

Gedanken zum Film Schweigen ist Silber, Reden ist Gold
(AZ) Sohn fährt Mutter ins Altenheim. Es ist ihr Umzug, den sie nicht gewollt hat. Sohn redet ohne Luft zu holen. Vom Wetter, von der Wärme im Auto, von Nichtigkeiten. Mutter kneift die Lippen zusammen und wird immer blasser. Ich mit ihr. Und zorniger. Ich sitze im Kino „Zu Ende ist alles erst am Schluss“. Hier wird das ganz normale Leben gezeigt. Alle haben gerade die Richtung im Leben verloren: der Enkel weiß nicht, wohin beruflich und in der Liebe. Sein Vater ist in den Ruhestand gestolpert, die Ehe ist erkaltet. Die Großmutter kann nach einem Sturz nicht mehr in die alte Wohnung zurück. Ihre Söhne entscheiden ohne sie: Altenheim.

Um den heißen Brei
Kennen Sie, oder? Die großen Schnittstellen des Lebens. Und wissen Sie, was für mich das Schlimmste in diesem Film war? Wie im richtigen Leben: Die quasseln in einer Tour um den heißen Brei herum. So laut, schnell und viel, dass ja kein echtes Gefühl dazwischen kommt. Das, was wirklich von Bedeutung ist und die Menschen wieder zueinander bringen könnte, wird beschwiegen. Natürlich ist das der Stoff, aus dem Filme genäht werden. Leider auch das Leben. Mal ehrlich: Wie oft haben Sie sich um Kopf und Kragen geredet (mehr …)


nach oben

Ein Lebensrückblick: Der letzte Zug

Veröffentlicht in: Allgemein, Andacht/ Spiritualität, Endlichkeit, Ideen für Gruppen

Ein Lebensrückblick: Der letzte ZugPfarrer Heiko Kuschel hat sich von diesem Bild zu einer Geschichte leiten lassen. Ein berührender Lebensrückblick. Was meinen Sie? Er schreibt:

Ächzend ließ sich Klaus aus seinem Rollstuhl herab auf den Bahnsteig. Es war mitten in der Nacht. Vor zwei Tagen war er abgehauen. Sicher suchte man ihn überall, ihn, den fast Neunzigjährigen. Alle hielten ihn für plemplem. Doch er, er hatte es immer noch geschafft. Ganz allein, mit der Bahn. Er wusste ja, wo er Hilfe bekommen konnte. Er war doch vom Fach. Gut, dass er den Rollstuhl mitgenommen hatte, obwohl er durchaus noch ein paar Schritte selbst gehen konnte. Das machte die Menschen hilfsbereiter, und irgendwie schien es ihm auch angemessen, auf Rädern hierher zurückzukehren.

Nun saß er hier, am Bahnhof seines Lebens. Hier geht es weiter

nach oben

Tanztheater am Rande der Gruft

Veröffentlicht in: Allgemein, Älterwerden (im Selbstversuch), Endlichkeit

Tanztheater am Rande der Gruft Tanztheater am Rande der Gruft Tanztheater am Rande der Gruft Tanztheater am Rande der Gruft

 

 

 

 

Feuer, Erde, Wasser – Gruft. Tage der Entscheidung. Das Tanztheater-Stück machte am Samstag Station in Korbach. Weitere Aufführungen in Korbach (28.3.) und Bad Arolsen (18.4.)
Ich habe ziemlich viel gelacht! Das passiert mir öfters bei den schwierigen Lebensthemen. Wo die Schwere ist, ist oft auch das Leichte nicht weit. Dabei haben die Tänzerinnen und Tänzer das Thema “Sterben” nicht auf die leichte Schulter genommen. Alle haben Erfahrungen mit dem Tod, standen an Gräbern, versuchten mit dem Partner über die eigenen Wünsche zu sprechen oder mussten die Hölle der Entscheidungen für eine Beerdigung nicht nur durchleben sondern auch bezahlen.

“Nach zwei Stunden intensivem Reden mit der Gruppe stand das Stück”, so Ursula Nobiling, die eine Tanzschule in Korbach führt. Ziemlich eindrucksvoll ist die Eröffnungsszene, in der auf einem Friedhof eine klassische Golgotha -Szene plötzliche Verwandlungen durch Passanten erfährt. Der Tod und seine Schrecken verschwinden systematisch aus dem Bewusstsein und werden mit Nichtigkeiten und Alltäglichem gefüllt.

Sehr berührend fand ich die Szene, “Trauer in Deutschland”, in der eine trauernde Frau mit sehr kleinen aber ausdrucksstarken Wiegebewegungen  ihrer Verzweiflung Ausdruck gibt. Sie tauscht ihre bunten Kleider gegen schwarze. Viele Trauernde kennen, was nun geschieht: unbeholfene Kondolenzversuche, echte trostreiche Begegnungen zu Beginn, doch im Laufe der Zeit rennen die anderen wieder geschäftig umher, während sich die Trauernde immer noch langsam in ihrer Trauer wiegt. Dann beginnen die Übergriffe, hier im wahrsten Sinne des Wortes. Die Passanten reißen (mehr …)


nach oben

Tanzprojekt in Korbach: Feuer.Erde. Wasser.Gruft.Tage der Entscheidung

Veröffentlicht in: Älterwerden (im Selbstversuch), Endlichkeit, NACHmachBAR

Tanzprojekt in Korbach: Feuer.Erde. Wasser.Gruft.Tage der EntscheidungZwischen dem 20. März und 21. April finden im Raum Korbach 4 ungewöhnliche Tanztheateraufführungen statt. Notieren Sie sich die Termine!

Was tun mit den Toten?
Verbrennen, vergraben, in den Seewind streuen, zu Diamant pressen?
Recyclingsarg, Pappurne, einfrieren, Friedwald, Reihengrab?
Die Möglichkeiten sind vielfältig geworden.
Befreit uns die Vielfalt zu neuer Hochkultur oder stößt sie uns rat- und planlos in ungeahnte Sprachlosigkeit?
Wir machen Tanztheater daraus.

Tanzprojekt mit Menschen in der zweiten Lebenshälfte
Seit November 2014 treffen sich 14 Tänzerinnen und zwei Tänzer aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg, um ein Tanztheater zum Thema Umgang mit dem Tod und Toten zu gestalten. Das Tanzprojekt wird ehrenamtlich (mehr …)

nach oben

Helfen Sie Fräulein Bork über das Sterben nachzudenken: spenden Sie jetzt für ihren Film

Veröffentlicht in: Allgemein, Bücher/Filme, Endlichkeit, Ideen für Gruppen

Ich habe eben das erste Mal bei einem Crowd-Funding Projekt mitgemacht. Es ging total einfach! Fräulein Bork  hat einen 40 minütigen Dokumentarfilm über verschiedene Annäherungen an das Sterben gedreht – ihre Diplomarbeit. Sie besucht Menschen, die mit dem Tod in Kontakt sind: beruflich oder persönlich. Aber, so Hanna Bork, „Kein Mensch stirbt in den Film. Ich möchte einfach Möglichkeiten schaffen, dass man mit anderen über die Endlichkeit ins Gespräch kommen kann.“

Nun möchte sie sich den Wunsch erfüllen und noch eine Langversion des Films erstellen. Dafür braucht sie Geld. Und da kommen wir ins Spiel: noch 35 Tage ab heute können Sie und ich (ich hab schon :-)) spenden und dafür sogar zauberhafte Dankeschöns erwarten. (Und zugleich lernen, wie man auf kreative Weise Geld für ein Projekt zusammenbekommen kann.)

Ich bin sogar noch mal dabei, wenn jemand im Kasseler Raum den Besuch im Sepulkralmuseum zusammen mit der Regisseurin sponsern will. Hier gehts zum Sponsern!

Mitmachen!!!!! Weitererzählen!

 


nach oben

“Opas Asche im Garten” – jetzt auch in…

Veröffentlicht in: Endlichkeit

… Bremen

(AZ) Die BILD hat trotz Fasching interessante Prioritäten gesetzt: Schlagzeilen heute: “Neues Gesetz. Erste Familie verstreut Opas Asche im Garten!” Was in der Schweiz gang und gäbe ist, geschah nun erstmals auch in Bremen. Und vorerst nur dort. Eine Familie durfte die Asche des verstorbenen Großvaters im Garten verstreuen. Dazu war eine Gesetzesänderung nötig, die zum 1.1.15 in Kraft getreten ist.  Weiterhin nicht erlaubt ist, die Urne zu bestatten. Die Familie, die nun zum ersten mal von der Möglichkeit gebraucht gemacht hat, hatte anscheinend noch sehr viel Mühe gehabt. Laut BILD musste z.B. der Grundstückseigentümer seine Zustimmung geben.

Bestattungsrecht ist Länderrecht. Ich habe mich da nie eingearbeitet, aber als langjährige Besucherin von Friedhöfen – ja, ich habe schon seit ich 18 war immer wieder gerne Friedhöfe besucht – beobachte ich schon länger, dass sich glücklicherweise einiges geändert hat. Und sicher noch ändern wird. In den 1970er Jahren gab es diese Normgrößen für Grabsteine. Die Friedhöfe waren wahnsinnig öde und deprimierend. Ganz anders als die kunstvollen Friedhöfe der Jahrhundertwende und 20er Jahre. Statuen, Engelgestalten, kunstvolle Verzierungen der Steine. Der Frankfurter Hauptfriedhof ist diesbezüglich ein wunderbares Beispiel.

Inzwischen sieht man auf Friedhöfen wieder mehr die Individualität, die zumindest in der hiesigen Kultur den Menschen im Leben wie im Sterben auszeichnet. (Mir wird´s dann manchmal schon wieder zu plüschig, weshalb ich mich hier und da über strenge Regeln freue.) In einer Zeit, in der Selbstbestimmung so wichtig geworden ist greift die eben auch hier. Das ist, meine ich, ein kultureller Wandel. Und der wird, genauso wie bei den Altersbildern auch hier Fahrt aufnehmen, so meine Prognose. Ich glaube nicht, dass es noch lange dauernd wird, bis auch an anderen Orten Deutschlands, die Asche eines Verstorbenen außerhalb eines Friedhofs verstreut werden darf.

Wieso man das möchte, ist eine weitere Frage.

Die Familie, die in BILD zitiert wird, wollte gerne einen Ort haben, an dem sie an ihren Opa denken können und das war sein Garten. Das wichtigste ist, einen Ort zu haben. Wie und wo der richtige Ort ist, das weiß man glaube ich erst, wenn es soweit ist.

Was halten Sie von der Sache?


nach oben

Ältere Beiträge
Neuere Beiträge