Cookies erleichtern die Bereitstellung der Angebote und Funktionen dieser Internetseite.
Mit der weiteren Nutzung dieser Internetseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies zu diesem Zweck verwenden.

Datenschutzerklärung | Hinweis schliessen

Der Blog für die zweite Lebenshälfte

Der Blog für die zweite Lebenshälfte

Wir sterben. Überrascht?

Veröffentlicht in: Älterwerden (im Selbstversuch), Endlichkeit

(AZ) Ich habe ja mit einer Freundin den Totenhemd-Blog gegründet. Da tut sich eine Menge vor und hinter den Kulissen.  Sie lesen dort Sachen wie die folgende und über Krematorien, Totenhemden und natürlich „Das kleine Tod“. Kommen Sie mal vorbei :totenhemd.wordpress.com 

Ich war kürzlich bei einer Trauerfeier. Der Verstorbene war lange sehr krank gewesen, hatte sein Leben ausgekostet, war offen damit umgegangen, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. Während der Traueransprache hätte ich fast laut „Was?!“ gerufen, als der Pfarrer sagte: „Er verstarb plötzlich und unerwartet.“
Ich vermute, dass das die Angehörigen so formuliert hatten.

Auch vor nicht allzu langer Zeit traf ich eine alte Frau. Mit Anfang 80 darf man auch mal „alt“ sagen, finde ich. Die war völlig überrascht, dass ihre ältere Schwester gestorben war.
Ich war verwirrt. Statistisch gesehen sterben die Leute spätestens Anfang/Mitte 80. Auch wenn die Zahl der Hundertjährigen gewaltig gestiegen ist. Vielleicht rechnet man sich dann Chancen aus. Dennoch. Wie sonderbar, dass eine mit 80 vom Tod überrascht wird.

Wer ab und zu (mehr …)

nach oben

Die lange Liste

Veröffentlicht in: Allgemein, Andacht/ Spiritualität, Endlichkeit

Nun ist Maria E. gestorben. Wir blieben per Sie. Und bleiben in Kontakt.
Eine stattliche Frau mit „großen Haaren“ , am liebsten frisch gelegt. Nach dem frühen Tod ihres Mannes selbständig in einem Leben voller kranker Menschen. Und irgendwie hat sie es geschafft, aus diesem Leben mit Leiden doch noch das kleine alltägliche Glück herauszulesen.

Wir sprachen über die Lieder, die sie liebte. Mit ihr lernte ich,  alten Damen und ihren BDM Erinnerungen angemessen zu begegnen. Durch sie weiß ich, was eine spirituelle Basisstation bedeutet.

Ich war auf ihrer Liste. Einer langen Liste. Sie betete für mich, meine Arbeit, mein Kind und für viele viele viele andere Menschen. Sie hat mich mit ihrer Dankbarkeit und ihrem Gebet mitgetragen. Und so seltsam das klingen mag: das hört nicht auf. Vielleicht, weil ihre Tochter die Liste nun ab und zu in die Hand nimmt. Vielleicht aber auch, weil ein Gebet von Zeit und Raum unabhängig lebt.

Danke, liebe alte Freundin.

http://blog.ebz-bad-orb.de/2013/10/09/jetzt-andocken-spirituelle-basisstation/

 

nach oben

Frau Ludewigs Himmelfahrt

Veröffentlicht in: Allgemein, Andacht/ Spiritualität, Endlichkeit, Ideen für Gruppen

Frau Ludewigs HimmelfahrtThomas Hirsch-Hüffel ist Pastor im gottesdienst institut nordkirche. Er schrieb diesen wunderbaren Text, den ich hier veröffentlichen darf:

„Frau Ludewig ließ ihren Mann die Überweisungen für die Bank schreiben.
Sie ließ ihn steuern bei den Fahrten von Hamburg-Barmbek nach Grömitz zu ihrem kleinen Wohnwagen. Sie schaute mit ihm Lindenstrasse, auch wenn sie lieber im Garten im Hof gesessen hätte. Dafür schnitt er am Wochenende das Gemüse und brachte eine Flasche Sekt mit, damit sie beide ein bisschen feiern.
Manchmal träumte sie davon, ein Flugzeug selber zu steuern. Immer wieder startete sie erfolgreich im Traum, aber nach ein paar Kilometern landete sie im Vorgarten ihrer Eltern. Da großes Theater: Die Hecke kaputt! Wie kannst Du nur … . Immer wieder diese Szene nachts. Einmal hat sie Paul davon morgens erzählt. Er hat gegrunzt und gesagt: Na du willst ja hoch hinaus. Mach doch erstmal Führerschein, ich zahls auch. Hat sie nicht. Warum auch, er fuhr gern und sie fuhr mit.

Vor 2 Jahren hat sie ihren Mann nach 34 Jahren Ehe hergeben müssen.
Erst ging gar nichts mehr. Die beiden Söhne kamen oft, weil sie kaum essen wollte. Der Pastor sagte: Tragen sie doch eine Weile schwarz. So machte sie es. Und es tat ihr gut, Ihre Trauer zeigen zu können. Die Söhne schrieben die fälligen Überweisungen und bestellten ihr ein Taxi.

Eines Tages wachte sie auf, hörte die Vögel schimpfen, sah die leere und saubere Hälfte des Ehebettes an und schüttelte den Kopf. Sie (mehr …)


nach oben

„I did it…“

Veröffentlicht in: Endlichkeit, Ideen für Gruppen

Ich lass das jetzt mal (weitgehend) umkommentiert. Das muss ich erst mal sacken lassen. Die Bestatter-Kooperative „Funeralcare“ in Großbritannien hat eine Hitliste der beliebtesten Beerdigungshits zusammengestellt. Platz 1: raten sie. Ist von Frank Sinatra. Es hätte schlimmer kommen können.

Der Spiegel hats geschrieben. Hier finden Sie den Artikel und eine Bilderliste der TOP10. 

 

nach oben

BROT & GRÜN

Veröffentlicht in: Allgemein, Andacht/ Spiritualität, Endlichkeit

BROT & GRÜN

Mein Gründonnerstag – Abend. Ein Essen und Begegnen mit Freundinnen nach einer Woche des Abschieds. Brotsuppe, bestreut mit den einzeln gereichten Kräutern für Grüne Soße. Brot direkt aus der Pfanne (auf einer kleinen Kochplatte am Tisch), darauf zerfließt Butter, die Kräuter geben jedem Bissen eine eigene Note. Stangenselerie stippt in philippinische Salsa verde, Frankfurter Grüne Soße und Avocadocreme. Und dazu das Teilen von Erlebtem dieser Tage, den Toden, die wir begleitet hatten. Musik, die uns bewegt, Kunstimpulse, die uns beschäftigen.

 

Verbundenheit

Durch das Sterben hindurch
Über den Tod hinaus

Wir essen noch einmal von dem Brot
Es schmeckt himmlisch
noch süßer die alten Lieder
sie kühlen die Kehle
im Ringen um die letzten Worte

Und wir, die wir bleiben
haben den Geschmack auf der Zunge
nach Vitello Tonnato, nach Crème Brulée
nach frischem Brot
nach Leben

bis zum letzten Augenblick

(für HBB und ME)

Dieser Texte gehört auch zu diesem Artikel: http://blog.ebz-bad-orb.de/2013/03/28/befiehldudeinewege-alle-strophen/

 

 

nach oben

BefiehldudeineWege – Alle Strophen

Veröffentlicht in: Allgemein, Andacht/ Spiritualität, Endlichkeit

Nun habe ich es zum zweiten Mal innerhalb einer Woche erlebt, dass Menschen, die kaum noch ein Wort zustande brachten, während eines Hausabendmahls plötzlich aus voller Kehle sangen. „Befiehl du deine Wege“ alle Strophen auswendig. Zweite Stimme zum bekannten Lied. Und noch ein Lied hinterher.

Glücklich, wer ein Fundament hat, das so tief greift. Und selig sind, die mit den Todkranken und Schwachen singen. Und ja: bitte singen Sie mit ihren Enkeln und Nachbarskindern. Sie bauen mit, an der spirituellen Basisstation der nächsten Generationen.

nach oben

Ältere Beiträge
Neuere Beiträge