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Der Blog für die zweite Lebenshälfte

Der Blog für die zweite Lebenshälfte

Corona-Strategien: Alles auf die Gass´

Veröffentlicht in: Allgemein, Corona - Was geht?!

Wir haben uns umgehört, mit Kolleginnen und Kollegen aus Kirche, Diakonie und Kommune ausgetauscht und gemeinsam gesammelt, was an Gemeindeaktivitäten unter Corona-Bedingungen alles geht und schon umgesetzt wird.

Zum Beispiel: Möglichst viel nach draußen verlegen!

Wer könnte dies umsetzen? Pfarrer*innen, Kirchenvorstände, die ehrenamtlichen Gruppenleitungen, Besuchsdienste und kommunikative Menschen, die ein Engagementfeld suchen!

Die Außenräume entdecken!
Gehen Sie mit offenen Augen raus! Um das Gebäude herum, in dem Sie sich normalerweise mit Gruppen treffen, könnte es schöne Ecken geben, in denen man gut sitzen kann. Vielleicht stehen schon Bänke dort! Wie sieht es um die Kirche herum aus? Auf dem Friedhof unter den Bäumen? Wo sind die Treffpunkte im Ort, wo man sich sowieso schon gerne hinsetzt?  Gehen Sie dort hin. Stellen Sie mit 1,5 m Abstand Klappstühle oder Gartenmöbel auf.

  • Bieten Sie dort „Walk ins“ an zum Schnuddeln, Babbeln oder Schwätzchen halten (je nach Lage in Hessen ;-)) also Zeitfenster, in denen Sie selbst dort einfach da sind.  Teilnehmende können unangemeldet kommen und bleiben selbstbestimmt so kurz oder so lange wie sie mögen. Ggf. gibt es einen Plan B „rein gehen bei schlechtem Wetter“.
  • Die Kolleginnen im Vorderen Odenwald haben sich die Variante ausgedacht, dass sie durchs Dekanat touren und an öffentlichen Orten Impulse und Gespräche anbieten. Wer nicht kommen kann, bekommt einen Impuls und Gespräch ans Fenster oder in den Vorgarten gebracht. Das haben wir hier schon erzählt: Klappstuhltour durchs Dekanat Vorderer Odenwald
  • Nehmen Sie ein paar Stühle und stellen Sie sie vor Hochhäuser oder in Straßen, in denen Menschen wohnen, die gerade nicht mobil sind. Verwickeln Sie Menschen in Gespräche.
  • Zum „Angrillen“ hat eine Seniorenbegegnungsstätte in Nordhessen eingeladen. Das Team trug statt Maske Visiere, um besser verstanden zu werden. Visiere sind in Hessen erlaubt.
  • Erzählcafés, Montagsmaler, Spieletreff – geht alles auch draußen.
  • Ganz nebenbei machen Sie so auch erste Ausflüge in den Sozialraum und entdecken vielleicht Möglichkeiten, die auch „jenseits von Corona“ interessante neue Spuren legen. So entwickeln sich Sorgenetze…

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Die Klappstuhltour und der Kirchgartentreff

Veröffentlicht in: Allgemein, Corona - Was geht?!
Die Klappstuhltour und der Kirchgartentreff

Bildrechte Jablonski, Schließmann

Unsere Kolleginnen Karin Jablonski und Dr. Rose Schließmann, die im Dekanat Vorderer Odenwald, EKHN, die Arbeit mit Menschen in der 2. Lebenshälfte gestalten, planen derzeit eine Klappstuhltour durchs Dekanat. Sie organisieren Treffen im öffentlichen Raum: Parkplätze, Wiesen und ein Bolzplatz bieten genug Raum und Frischluft, um sich zu sehen, zu reden, Impulse für den Alltag zu bekommen. Hier der kleine Flyer.

Wir finden das nachmachbar!
Vielleicht haben Sie um die Kirche, im Kirchgarten, ja auch auf dem Friedhof sowieso Parkbänke stehen? Dann stellen Sie sie doch so auf, dass man sich auf Abstand gut unterhalten kann. So müssen Sie noch nicht einmal Stühle tragen. Und laden Sie Ihre kleine Gruppe dorthin ein.
Die Odenwälderinnen machen das mit telefonischer Anmeldung. So behalten sie den Überblick.
Welche Ideen haben Sie?
Schreiben Sie es in den Kommentar!

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Zwischen Katjes und Käßmann: Die Altersbilder-Pandemie

Veröffentlicht in: Allgemein, Geronto-was? Theorie ganz praktisch

Zwischen Katjes und Käßmann: Die Altersbilder-PandemieFür Sie ein Einblick in die aktuelle Diskussion über Altersbilder und ihre Folgen für Gesundheit und Engagement, mit einigen wichtigen Fachbeiträgen.
Knallrosa leuchtet das neue Katjes-Werbeplakat für vegetarische Süßigkeiten in den öffentlichen Raum – mit dem faltigen Gesicht einer über hundertjährigen Frau, dort, wo sonst die schönen jungen Frauen zu sehen sind (Antoni Jellyhouse. Mit diesem Motiv ruft Katjes zur Achtsamkeit gegenüber Älteren auf.), mal mit Kopftuch, mal mit Stillbaby vor der Brust, mal mit dem Hund im Arm, der nur noch drei Beine hat. Katjes setzt auf Diversity. Das ist erst mal gut. Ich stolpere dann aber doch doppelt über die Anzeige, denn neben der Alten prangt „Jedes Leben ist wertvoll. #achtetaufeinander“.  Der achtsame Umgang miteinander in Corona-Zeiten ist wichtig. Die Kampagne mit dem Haltungs-Werbesatz der Firma „Jedes Leben ist wertvoll.“ läuft m.W. seit 2019. Aktueller kann man nicht sein in Zeiten, in denen im schlimmsten Falle ethische Entscheidungen anstehen, wer wie medizinisch behandelt werden soll (oder eben nicht).  Dass ich mit der Bildauswahl dennoch meine Schwierigkeiten habe, obwohl es aus der großartigen Hundertjährigen – Fotoserie von Karsten Thormaelen stammt, dazu gleich mehr.

Gefährliche Altersbilder

In der Corona-Krise haben wir es plötzlich wieder mit einer überwältigenden Vielzahl von Altersbildern zu tun, die auf Schutzbedürftigkeit, Schwäche, Krankheit und Abhängigkeit (Einkaufshilfe) zielen. Das wird von vielen Fachleuten kritisiert. Das Framing, das hier passiert, wirkt sich auf das Selbstbild Älterer aus. Hier ein paar wichtige Stimmen: (mehr …)


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Andacht: Vom Hören und gehört werden, vom Alleinleben und meiner Nachbarschaft

Veröffentlicht in: Allgemein, Andacht/ Spiritualität, Corona - Was geht?!, NACHmachBAR

Vom Hören und gehört werden, vom allein sein und miteinander verbunden sein – und von meinen Nachbarn. Ich durfte die EKKW-Andacht zum Sonntag Exaudi halten. Ute Dilger hat mich ganz wunderbar unterstützt, Christine Spuck die Musik gemacht und Ramona Kopec , Christian Schauderna und Till Krüger professionell Kamera und Schnitt.

Und dazu gehört auch noch mein Blogbeitrag.

Allein leben geht zusammen besser: Es lebe Nachbarschaft!

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Wir kommen noch zueinander! Selbstverantwortlich und mit Herz

Veröffentlicht in: Andacht/ Spiritualität, Corona - Was geht?!, Geronto-was? Theorie ganz praktisch, Hoch!Alt, Ideen für Gruppen, NACHmachBAR
Wir kommen noch zueinander! Selbstverantwortlich und mit Herz

Rosi Coroenchen, Copyright: Gabi Erne, Marburg

„Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb,
sie konnten beisammen nicht kommen,
das Wasser war viel zu tief, das Wasser war viel zu tief.“

Zum Glück hat Gabi Erne diesen Liedvers ins Spiel gebracht. Sie ist als Clownin im Altenheim unterwegs. Und als solche nimmt sie das Leben (und den Tod und alles dazwischen) ernst, aber nicht zu ernst. Vor allem umarmt sie es von allen Seiten. Nun auch das seltsame Ding, das uns alle auseinanderhält. Gabi Erne verwandelt sich als Clownin in „Rosinchen Tausendschön“. Rosinchen hat ein RiiiiesenHerz und liebt alles und jede*n. Darum hat sie sich auch mit Corona einigermaßen befreundet und nennt sich jetzt manchmal „Rosi Coroenchen“, denn auch dieses Virus ist eigentlich sehr schön.

Nun hat Rosinchen noch eine Freundin: Prinzessin Fadenschein. Die zwei sind ein Herz und eine Kehle, immerzu in Körper-Kontakt. Auch jetzt wollen und wollen sie zueinander kommen – und dürfen es nicht. Aber aufgeben ist nicht. Es wird alles versucht, vom Luftkuss über Luft-Hand-Kitzeln bis Seite an Seite auf der Picknickdecke in den Himmel radeln. Eine riesige Blume wird schließlich die so herzlich vermisste Umarmung übermitteln.http://

Nicht absolute Freiheit, aber Möglichkeiten

So geht die Geschichte einigermaßen glücklich aus. Das schreibe ich mit Trotz in der Stimme.

Denn die Geschichte der Königskinder im Volkslied ist durch und durch schrecklich und endet mit dem Tod. Das Wasser und die Bosheit einer, die den Liebenden die Sehnsucht und die Körperlichkeit missgönnt, nehmen dem Paar alle Möglichkeiten.

Und verflixt noch mal: DAS wollen wir nicht. Wir wollen Möglichkeiten. Dabei ist es ok, dass wir nicht ALLE Möglichkeiten haben. Absolute Freiheit ist sicher nicht das Ziel, denn wir bleiben besonnen. Verbunden zu bleiben, das wäre es schon eher. In der Liebe zu bleiben und in unseren Körpern. (mehr …)


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Allein leben geht zusammen besser: Es lebe Nachbarschaft!

Veröffentlicht in: Allgemein, Corona - Was geht?!, Geronto-was? Theorie ganz praktisch, Hoch!Alt, Ideen für Gruppen, NACHmachBAR

Allein leben geht zusammen besser: Es lebe Nachbarschaft!Da sitze ich nun seit Wochen in meinem Homeoffice mit meinem auf ein bis zwei Menschen beschränkten Körperkontakt. Immerhin den habe ich. Jemand am Tisch beim Essen. Eine Umarmung zwischendurch. Reden ohne Bildschirm dazwischen. Nebeneinander auf dem Sofa sitzen und beim Zeitunglesen Wärme spüren.

Trotzdem gehe ich jeden Tag raus, laufe auch für eine Kleinigkeit zum Laden. Am liebsten zum Metzger, weil der immer gut gelaunt ist. Auch die Verkäuferin in der Bäckerei ist immer für ein Schwätzchen zu haben. Darum gehe ich hin. Im Kühlschrank wäre noch genug zu essen gewesen.

„Du sollst daheimbleiben.“ Wie geht´s Ihnen?

Nun gibt es Leute, die leben allein und sollen nicht rausgehen. Nicht zum Einkaufen, nur im Notfall zum Arzt. Engagieren in der Hausaufgabenhilfe, bei der Tafel, im Altenheim: fällt aus. Kartenspielen, Äppler auf dem Wochenmarkt, Computerkurs, Wandergruppe: fällt aus. Seit Wochen. Risiko. Sie wissen schon. Wie geht es denen?

Ich habe ein wenig herumtelefoniert und höre:
Es gibt solche, die kommen gut zurecht. Sie haben sich feste Telefonkontakte zugelegt, mit denen sie regelmäßig in Kontakt sind. Die Kontakte vertiefen sich auf eine schöne Weise mit Menschen, die man sonst nur flüchtig kannte. Sie freuen sich auch über die Anrufe von ihrem Nachbarschaftstreff. Gehen spazieren, machen den Garten. Auch wenn es nicht schön ist, so wird es doch eine Weile noch ganz gut gehen.
Die Engagierten engagieren sich weiter. Sie rufen „ihre Leute“ an, schreiben Karten und Emails. Auch sie machen den Garten. Und wenn sie irgendwie Platz im Freien haben, laden sie 1-2 Personen ein, denen das guttun könnte. Mit Abstand natürlich. Für einen Schwatz und einen Kaffee.

Dann gibt es die, die nach den vielen Wochen, in denen sie zuhause geblieben sind und die regelmäßigen Fixpunkte im Tagesablauf alle wegfielen, nun den Halt verlieren. Die Engagierten (Haupt- und Ehrenamtliche), die mit ihnen telefonieren merken es: verwirrte Gedanken, dunkle Gedanken. Sie bauen auch körperlich ab. Menschen, die bisher allein in ihrer Wohnung gut zurechtkamen, werden sehr bald viel Hilfe benötigen.

Und dann sind da noch die, mit denen niemand telefoniert.
Ich habe mit einer Psychiaterin gesprochen. Sie sagt, die Situation würde (mehr …)


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